Korngröße < 160 µm: Einfluss auf die Reinheit von CBD-Hash


Einführung

CBD-Hash, auch als Cannabidiol-Haschisch bekannt, ist ein aus Hanf gewonnenes Produkt, das reich an CBD und arm an THC ist. In der Schweiz erlaubt die Gesetzgebung den Vertrieb bestimmter Hanfprodukte, solange ihr Gesamt-THC-Gehalt unter 1 % bleibt (Schwellenwert in Anhang 1 der BetmVV-EDI, SR 812.121.11). Diese Regelung, die spezifisch für die Eidgenossenschaft ist, hat die Entstehung eines legalen Marktes für CBD-Produkte ermöglicht, darunter verschiedene Formen von Hash auf Basis von Hanfharz.

Ein entscheidendes Qualitätskriterium für Hash ist seine Korngröße, also die Partikelgröße im mikroskopischen Maßstab. Es wird oft gesagt, dass ein Sieben unter 160 µm ein reineres und homogeneres Produkt ergibt. Aber was ist wirklich dran, und woher kommt diese Zahl von 160 µm? Dieser Artikel beleuchtet die Rolle der Korngröße bei der Reinheit von CBD-Hash, gestützt auf überprüfte Daten und die Schweizer Gesetzgebung.

Was ist Korngröße?

Die Korngröße ist das Maß für die Partikelgröße in einem bestimmten Material. Im Kontext von Hanf und Hash bedeutet dies, den Durchmesser der Harzdrüsen, Pflanzenfragmente und aller anderen festen Bestandteile zu messen, die aus dem Extraktions- oder Siebprozess resultieren. Verschiedene Werkzeuge ermöglichen die Bewertung dieser Korngröße:

  • Normierte Siebe: Diese sind mit Maschen unterschiedlicher Größe (100 µm, 160 µm, 200 µm usw.) ausgestattet.
  • Fortgeschrittene Instrumente: Laseranalysatoren oder Elektronenmikroskopie.

Bei der Herstellung von CBD-Hash liegt ein großer Teil der Technik in der Trennung des Harzes (das Cannabinoide, Terpene und andere aktive Moleküle enthält) von den rohen Pflanzenmaterialien (Blätter, Stängel, Chlorophyll). Theoretisch trägt die Verringerung der Partikelgröße im Endprodukt dazu bei, den Anteil des Harzes im Vergleich zum Rest des Trockenguts zu erhöhen.

Standard-Korngröße im traditionellen Haschisch

Im traditionellen Haschisch wird das Sieben oft mit mehr oder weniger dichten Tüchern (z.B. 180 µm, 150 µm, 120 µm…) durchgeführt, um die Harzdrüsen von gröberen Partikeln zu trennen. Die Produzenten passen die Maschenweite an die verwendete Hanfsorte, den Reifegrad der Pflanze und das gewünschte Endprodukt an. Die tatsächliche Größe der Drüsen hängt allerdings weit weniger vom Handwerk ab als von der Pflanze selbst, und genau hier irren sich die meisten Artikel zum Thema.

Warum 160 µm? Was die publizierten Messungen sagen

Die Zahl 160 µm wird fast immer so dargestellt, als entspräche sie der Größe der Harzdrüsen. Die publizierten Messungen stützen das nicht, und die Abweichung ist erheblich.

Die maßgebende Studie zu dieser Frage hat den Kopfdurchmesser gestielter Drüsentrichome unter dem Mikroskop vermessen und dabei ausdrücklich THC-reiche Sorten mit Nutzhanf-Kultivaren verglichen 1. Das Protokoll ist offengelegt: Messung bei 100-facher Vergrößerung, 100 Drüsen je Probe, und vor allem die Vermessung aller Drüsen in zufällig gewählten Sichtfeldern, gerade um die Verzerrung zu vermeiden, nur die größten zu erfassen.

Vermessenes MaterialMittlerer Drüsenkopfdurchmesser
Sieben Nutzhanf-Kultivare, lebende Pflanzen80 µm (Mittelwerte je Kultivar: 76 bis 84 µm)
Nutzhanf, größte beobachtete Drüseunter 120 µm
Zehn THC-reiche Sorten129 µm

Das mittlere Volumen der Harzköpfe der Rauschsorten fiel mehr als viermal so groß aus wie jenes der Nutzhanf-Kultivare 1.

Zwei unmittelbare Folgen für Schweizer CBD-Hash, das definitionsgemäß aus Hanf mit weniger als 1 % THC hergestellt wird 2:

  • Die überall zitierte Spanne „120 bis 140 µm“ gehört zu den Rauschsorten, nicht zum Hanf. Auf CBD übertragen, überschätzt sie die tatsächliche Drüsengröße um beinahe das Doppelte.
  • Gesiebt wird auf trockenem Material, und Drüsenköpfe schrumpfen beim Trocknen: 13,7 % Durchmesserverlust nach 25 Tagen bei Raumbedingungen, 24,5 % nach einem Jahr 1. Eine Hanfdrüse von 80 µm bei der Ernte misst also rund 65 bis 70 µm, wenn sie das Sieb erreicht.

Anders gesagt: Eine Maschenweite von 160 µm entspricht etwa dem doppelten Durchmesser eines getrockneten Hanfdrüsenkopfes. Sie selektiert keine Trichome, sie lässt sie alle passieren, zusammen mit sämtlichem Pflanzenmaterial, das feiner als 160 µm ist. Das ist eine erste Grobtrennung, kein Reinheitskriterium.

Woher kommt dann die Selektivität?

Die nützliche Trennung findet unterhalb von 160 µm statt. Sowohl beim Trockensieben als auch bei der Eiswasserextraktion werden die gesuchten Fraktionen auf den feinen Sieben aufgefangen, typischerweise zwischen 70 und 120 µm: weit genug, um Drüsenköpfe durchzulassen, eng genug, um Stiele und Pflanzenfragmente zurückzuhalten. Diese Spanne beruht auf der Praxis der Produzenten und nicht auf einer publizierten Norm, sie ist aber immerhin mit den tatsächlich gemessenen Durchmessern vereinbar, was auf den Wert von 160 µm nicht zutrifft.

Rechtlicher Rahmen in der Schweiz: Wesentliche Erinnerung

In der Schweiz basiert die Gesetzgebung rund um Hanf und seine Derivate auf dem Prinzip eines Gesamt-THC-Gehalts unter 1 % für sogenannte „legale“ Cannabissorten — ein Schwellenwert, der in Anhang 1 der BetmVV-EDI (SR 812.121.11) steht und nicht in der BetmKV. CBD-reiche Produkte dürfen auf dem Markt zirkulieren, sei es in Form von Blüten, Ölen, Cremes oder Harz (Hash). Einige Punkte sind jedoch zu beachten:

  1. Die Rückverfolgbarkeit des Produkts: Die Produzenten von CBD-Hash müssen die verwendete Hanfsorte nachweisen, Pestizidkontrollen durchführen und einen THC-Gehalt unterhalb der gesetzlichen Grenze garantieren.
  2. Die Sicherheit des Verbrauchers: Labortests sind erforderlich, um das Vorhandensein von Schwermetallen, Restlösungsmitteln (bei chemisch extrahiertem Hash) und mikrobiologischen Verunreinigungen zu überprüfen.
  3. Die Kennzeichnung: Sie muss den CBD- und THC-Gehalt klar angeben und den gesetzlichen Vermarktungsnormen entsprechen.

Bezüglich der Korngröße gibt es in der Schweizer Gesetzgebung keine explizite Vorschrift für eine maximale oder minimale Partikelgröße für CBD-Hash. Allerdings stützen sich Analyselabore und Produzenten auf interne Qualitätsstandards, die oft aus der Tradition des Haschischsiebens stammen, an die Realität des Schweizer Marktes angepasst und durch Laboranalysen validiert sind.

Einfluss der Korngröße auf die Reinheit

1. Reduzierung unerwünschter Pflanzenmaterialien

Je feiner das Produktionssieb, desto weniger Blattfragmente, Stängel oder unerwünschte Elemente finden sich im Endprodukt. Größere Partikel verdünnen den Anteil des aktiven Harzes. Die Überlegung stimmt, sie muss aber zu Ende geführt werden: Da die Drüsenköpfe von getrocknetem Hanf bei etwa 65 bis 70 µm liegen, tritt der Konzentrationsgewinn vor allem dann ein, wenn man deutlich unter 160 µm geht. Der Schritt von 200 µm auf 160 µm entfernt grobe Bestandteile; der Schritt von 160 µm auf 90 µm trennt tatsächlich Harz vom Rest.

2. Besserer Schutz vor äußeren Verunreinigungen

Das Sieben bei 160 µm wirkt als Filter, um bestimmte nicht-harzige Verunreinigungen aufzufangen:

  • Externer Pollen.
  • Insektenreste.
  • Hoher Staubanteil.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Kontrolle nicht unbedingt chemische Rückstände wie Pestizide oder Lösungsmittel verhindert. Nur Labortests können das Fehlen chemischer Verunreinigungen bestätigen. Ein feines Sieben kann jedoch helfen, eventuell vorhandene feste Mikropartikel zu reduzieren.

3. Erhöhung des Cannabinoidgehalts

Durch die feinere Trennung der Harzdrüsen vom Rest des Materials wird der relative Anteil an Cannabinoiden und Terpenen erhöht. Dies führt zu einem konzentrierteren Endprodukt in Bezug auf CBD, was für den Nutzer, der eine entspannende Wirkung ohne zu stark ausgeprägte psychoaktive Effekte wünscht (da der THC-Gehalt niedrig bleibt), von Interesse ist.

Der Status dieser Aussage sollte allerdings klar benannt werden. Der Zusammenhang zwischen Siebfeinheit und Cannabinoidgehalt folgt unmittelbar aus dem, was getrennt wird, Harz auf der einen und Pflanzenmaterial auf der anderen Seite, und er lässt sich Produkt für Produkt auf einem Analysenzertifikat überprüfen. Es existiert unseres Wissens jedoch keine publizierte Studie, die Siebfraktionen von Schweizer CBD-Hanf verglichen und den Gehaltsunterschied zwischen ihnen beziffert hätte. Jede Angabe eines präzisen Gewinns in Prozentpunkten stammt aus internen Daten eines Produzenten und nicht aus der Literatur.

4. Homogenität und allgemeines Erscheinungsbild

Ab 160 µm oder weniger neigt das Hash dazu, „pudriger“, homogener und formbarer zu sein. Verbraucher bemerken oft eine gleichmäßigere Textur, die sich leichter zerbröseln lässt. Dies kann für den Konsum durch Verdampfen oder zum Mischen in kulinarischen Zubereitungen gewünscht sein.

Produktionsmethoden und Korngröße

Mehrere Techniken werden zur Herstellung von CBD-Hash verwendet. Sie beeinflussen direkt die Korngröße:

  1. Trockenes Sieben (dry sift)
    Die traditionellste Methode besteht darin, das Harz zu ernten, indem die getrockneten und gefrorenen Hanfblüten auf einem Sieb geschüttelt oder gerieben werden. Durch mehrmaliges Wiederholen des Vorgangs mit verschiedenen Sieben wird die Korngröße schrittweise verfeinert, um immer feinere und harzigere Partikel zu extrahieren.

  2. Wasserextraktion (ice-o-lator)
    Die Blüten werden in Eiswasser gelegt und vorsichtig gerührt. Die schwereren Trichome lösen sich und sinken auf den Boden der Filtersäcke. Jeder Sack hat eine präzise Maschenweite (oft 220 µm, 160 µm, 120 µm, 70 µm), um unterschiedliche Harzqualitäten zu sammeln. Am Ende wird das extrahierte Hash getrocknet, bevor es verfeinert wird.

  3. Lösungsmittel-Extraktion
    Einige Produzenten verwenden Lösungsmittel (Ethanol, Butan, überkritisches CO₂), um das Harz zu lösen. Sobald das Lösungsmittel unter kontrollierten Bedingungen verdampft ist, bleibt ein Konzentrat aus Cannabinoiden und Terpenen zurück. Die Korngröße hängt dann von der Reinigung und den während des Extraktionsprozesses verwendeten Filtern ab. Oft kann das Rohprodukt zu Haschisch verarbeitet und dann gegebenenfalls erneut gesiebt werden, um ein weniger klebriges Aussehen zu erzielen.

Kontrolle und Validierung im Labor

Nach Abschluss des Verfahrens wenden sich die meisten anerkannten Schweizer Produzenten an ein spezialisiertes Labor, um zu messen:

  • Den CBD- und THC-Gehalt (Methode durch Chromatographie), gemäß dem Schweizer Gesetz (THC < 1 %).
  • Lösungsmittelrückstände, falls eine chemische Extraktion stattgefunden hat (z.B. Butan, Ethanol).
  • Pestizide und Schwermetalle (Liste der erlaubten oder verbotenen Stoffe gemäß der geltenden Bundesverordnung).
  • Das Terpenprofil, das oft von Interesse ist, um den Geruch und Geschmack des Produkts zu charakterisieren.

Das entscheidende Kriterium ist nicht der Name des Labors, sondern seine Akkreditierung. In der Schweiz werden Prüflabore nach ISO/IEC 17025 durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS) akkreditiert; deren Register ist öffentlich und frei einsehbar 3. Ein Analysenzertifikat eines akkreditierten Labors trägt dessen Akkreditierungsnummer: Diese Nummer, und nicht die Bekanntheit der Institution, erlaubt die Überprüfung der angewandten Methode.

Realismus der Marketingversprechen

Es kommt vor, dass einige Verkäufer oder Händler die Korngröße des Hash als Garantie für absolute Reinheit hervorheben. Zu behaupten, dass ein Sieben unter 160 µm zu 100 % die Abwesenheit von Verunreinigungen garantiert, ist ungenau. Die Kontrolle chemischer oder mikrobiologischer Verunreinigungen kann nicht allein durch die Partikelgröße erfolgen. Außerdem hängt das genaue CBD-Verhältnis in einem Hash weitgehend von der verwendeten Hanfsorte ab.

Die Behauptungen zur Reinheit sollten daher mit einer gewissen kritischen Haltung gelesen werden. In der Praxis hat ein fein gesiebtes Hash gute Chancen, eine höhere Konzentration an Cannabinoiden zu enthalten, aber nur ein Labortest kann ein genaues und präzises Ergebnis liefern. Und ein Verkaufsargument, das auf „unter 160 µm“ aufbaut, verdient eine einfache Rückfrage: Bei getrocknetem Hanf, dessen Drüsenköpfe rund 65 bis 70 µm messen, hält ein 160-µm-Sieb so gut wie nichts zurück. Die Zahl beruhigt, sie beschreibt aber keinen Reinigungsschritt.

Empfehlungen für Verbraucher

1. Informationen über die Herkunft des Produkts einholen

Der erste Schritt vor dem Kauf eines CBD-Hashs besteht darin, den Ruf des Produzenten und des Händlers zu überprüfen. In der Schweiz bieten seriöse Marken in der Regel:

  • Ein Laboranalysezertifikat (mit Testdatum und Name des Labors).
  • Eine klare Kennzeichnung, die die Hanfsorte und den Cannabinoidgehalt angibt.

2. Bevorzugung eines Hashs aus geeignetem Sieben

Obwohl 160 µm oft als Referenz genannt wird, können auch andere Siebgrößen hervorragende Ergebnisse liefern (120 µm, 180 µm usw.). Wichtig ist, dass der Produzent ein strenges Protokoll befolgt und qualitative Tests durchführt.

3. Überprüfung des THC-Gehalts

Selbst unter der gesetzlichen Grenze von 1 % in der Schweiz können leichte Schwankungen von 0,4 % bis 1 % auftreten. Um Risiken zu vermeiden (insbesondere für Fahrer oder Personen, die strengen Drogentests unterliegen), ist es besser, ein CBD-Hash mit einem THC-Gehalt deutlich unter der gesetzlichen Grenze zu bevorzugen. So bleibt die psychoaktive Wirkung gering oder nicht vorhanden.

4. Kontrolle der möglichen Anwesenheit von Zusatzstoffen

Stellen Sie sicher, dass keine Zusatzstoffe oder künstlichen Aromen hinzugefügt wurden, um den Geschmack, die Textur oder die Farbe des Hashs zu verändern. Seriöse Produzenten geben in der Regel die genaue Liste der Inhaltsstoffe oder der eventuell hinzugefügten Öle an. Produkte, die als „Full Spectrum“ bezeichnet werden, garantieren das natürliche Vorhandensein aller in der Pflanze verfügbaren Cannabinoide und Terpene, ohne auf externe Substanzen zurückzugreifen.

Lagerung von Hash mit feiner Korngröße

Sobald Sie ein CBD-Hash mit einer Korngröße von weniger als 160 µm erworben haben, ist es wichtig, es richtig zu lagern, um seine Qualität zu erhalten. Ein feineres Produkt neigt dazu, empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit und Oxidation zu sein:

  • Bewahren Sie es in einem luftdichten Behälter, geschützt vor Licht und Luft, auf.
  • Streben Sie eine stabile relative Luftfeuchtigkeit von etwa 55 % bis 62 % an. Das ist ein Fenster, kein Minimum: darunter trocknet das Harz aus und Terpene verflüchtigen sich, darüber steigt das Schimmelrisiko.
  • Vermeiden Sie zu hohe Temperaturen (über 25 °C), die die Oxidation beschleunigen. Zu bedenken ist, dass die Decarboxylierung langsam schon weit unterhalb der Erhitzungstemperaturen einsetzt, weshalb eine warme und lange Lagerung das Profil des Produkts verändert 4.

Eine gute Lagerung verlängert die Haltbarkeit des Hashs und bewahrt seine Aromen, Konsistenz und CBD-Konzentration.

Geeignete Konsummethoden

Mit einer sehr feinen Korngröße eignet sich CBD-Hash für mehrere Konsummethoden:

  1. Verdampfung
    Immer mehr Enthusiasten verwenden Verdampfer, die für Konzentrate geeignet sind. Eine feine Korngröße erleichtert die Homogenität beim Erhitzen und ergibt einen aromatischen, cannabinoidreichen Dampf.

  2. Heißinhalation
    Einige Verbraucher suchen das traditionelle Erlebnis, indem sie CBD-Hash mit Tabak oder Rauchpflanzen (z.B. Damiana) kombinieren. Das bleibt der am wenigsten empfehlenswerte Weg: Die Verbrennung erzeugt krebserregende Verbindungen, ganz gleich welches Material verbrannt wird, und der Zusatz von Tabak bringt dessen eigene Risiken hinzu. Das Bundesamt für Gesundheit behandelt das Thema in seinem Dossier zu Cannabis und Gesundheit 5.

  3. Infusion oder Einbindung in die Ernährung
    Hash muss zunächst decarboxyliert werden, also erhitzt, um CBDA in CBD umzuwandeln, bevor es mit einem Fett (Butter, Öl) gemischt wird. Die einzigen publizierten Kinetikdaten setzen das Optimum bei 140 °C für 30 Minuten an und zeigen, dass jenseits eines bestimmten Punktes das gebildete CBD seinerseits abgebaut wird: Es geht also nicht darum, möglichst lange zu erhitzen 4. Die feine Korngröße ermöglicht ein homogeneres Mischen, was die Dosierung von CBD erleichtert und die Konsistenz der Zubereitung verbessert.

Der tatsächliche Stand der Literatur

Das muss deutlich gesagt werden: Es gibt keine publizierte Studie zum Zusammenhang zwischen einer Maschenweite von 160 µm und der Reinheit von CBD-Hash. Die Zahl kursiert im Handel und in populären Artikeln, sie stammt nicht aus der wissenschaftlichen Literatur.

Was es hingegen gibt, sind belastbare morphologische Messungen an den Drüsen selbst. Die Arbeit von Small und Naraine bleibt die Referenz: Sie liefert die mittleren Durchmesser von 80 µm für Nutzhanf und 129 µm für THC-reiche Sorten sowie die Schrumpfungskurve der Drüsenköpfe nach der Ernte 1. Anhand dieser Daten, und nicht anhand einer Studie zum Sieben, lässt sich die Angemessenheit einer bestimmten Maschenweite beurteilen.

Zwei Lücken sind dem Leser gegenüber zu benennen:

  • Keine Studie vergleicht Siebfraktionen von Schweizer CBD-Hanf hinsichtlich des Cannabinoidgehalts. Die von Produzenten genannten Unterschiede sind für Dritte nicht überprüfbar.
  • Die Messungen von Small und Naraine betreffen Nutzhanf-Kultivare, die auf Faser und Samen gezüchtet wurden, nicht die modernen auf CBD gezüchteten Sorten. Es ist plausibel, dass Letztere größere Drüsen tragen, doch das bleibt zu messen.

Wir ziehen es vor, diese Grenzen zu benennen, statt die Lücken mit Quellen zu füllen, die es nicht gibt.

Entwicklungsperspektiven

Das Universum von CBD-Hash entwickelt sich ständig weiter, mit dem Aufkommen neuer Extraktions- und Reinigungsverfahren. Insbesondere entwickeln sich:

  • Die Mikrofiltration: Verwendung noch feinerer Filter (50 µm, sogar 25 µm) für sehr gezielte Extraktionen.
  • Die Rosin-Technik: Heißpressen der Blüte oder des Hashs, um ein noch konzentrierteres Harz zu extrahieren.
  • Die fortgeschrittene Chromatographie: Ermöglicht die Trennung bestimmter Cannabinoide und Terpene, um maßgeschneiderte Profile zu erstellen.

Unabhängig von der Methode bleibt die Schweizer Gesetzgebung jedoch streng in Bezug auf den erlaubten THC-Gehalt (max. 1 %). Zukünftige Innovationen müssen immer diesen rechtlichen Rahmen respektieren, damit die Produkte transparent vermarktet werden können.

Fazit

Die Korngröße spielt eine entscheidende Rolle bei der Reinheit von CBD-Hash, da sie das Verhältnis von Harz (reich an Cannabinoiden und Terpenen) zu Pflanzenmaterial bestimmt. Die Grenze von 160 µm entspricht hingegen nicht der Größe der Harzdrüsen, entgegen dem, was oft behauptet wird. Bei Nutzhanf, dem einzigen in der Schweiz legalen Ausgangsmaterial, messen die Drüsenköpfe im Mittel 80 µm an der lebenden Pflanze und rund 65 bis 70 µm, sobald das Material getrocknet ist 1. Eine Maschenweite von 160 µm ist damit weit gröber als das, was sie sortieren soll: Sie dient der ersten Grobtrennung, und die eigentliche Auslese findet auf den feinen Sieben zwischen 70 und 120 µm statt.

Es ist jedoch wichtig, die Bedeutung dieser einzigen Messung nicht zu überschätzen. Eine Vielzahl von Faktoren spielt eine Rolle: die Hanfsorte, die Anbaubedingungen, die Extraktionsmethode oder die Qualitätskontrolle im Labor. In der Schweiz ist es dank eines relativ klaren rechtlichen Rahmens (THC < 1 %) und der Expertise anerkannter Labore möglich, hochwertige CBD-Hashs zu finden, deren Produktion und Verkauf streng geregelt sind.

Für den Verbraucher bleibt es entscheidend, ein Hash zu bevorzugen, dessen Rückverfolgbarkeit und Laboranalysen klar dokumentiert sind. So stellt man nicht nur einen niedrigen THC-Gehalt sicher, sondern auch ein Produkt, das frei von Verunreinigungen ist und den gewünschten CBD-Gehalt aufweist. Die Angabe „< 160 µm“ ist für sich genommen weder ein Reinheitsnachweis noch eine Gehaltsgarantie: Nur ein Analysenzertifikat eines akkreditierten Labors kann das belegen.


Quellen

Footnotes

  1. Small E., Naraine S. G. U. „Size matters: evolution of large drug-secreting resin glands in elite pharmaceutical strains of Cannabis sativa (marijuana)“, Genetic Resources and Crop Evolution, 2016, Bd. 63, S. 349–359. https://doi.org/10.1007/s10722-015-0254-2 2 3 4 5

  2. Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG), SR 812.121. https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1952/241_241_245/de

  3. Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS), Verzeichnis der akkreditierten Laboratorien. https://www.sas.admin.ch/sas/de/home.html

  4. Fućak T., Kreft S., Svedružić Ž. M., Tavčar E. „Mechanism and kinetics of CBDA decarboxylation into CBD in hemp“, Journal of Plant Biochemistry and Biotechnology, 2023, Bd. 32, S. 608–621. https://doi.org/10.1007/s13562-023-00847-z 2

  5. Bundesamt für Gesundheit (BAG). „Cannabis“. https://www.bag.admin.ch/de/sucht-und-gesundheit-cannabis