Das Stärkste CBD-Hash der Schweiz: Der Vollständige Leitfaden


Wer nach dem „stärksten CBD-Hash der Schweiz“ sucht, stellt eine schlecht formulierte Frage. Der Begriff Stärke umfasst drei unterschiedliche, oft widersprüchliche Realitäten, und die Zahl auf dem Etikett ist paradoxerweise der schwächste dieser drei Indikatoren.

Dieser Leitfaden erklärt, wie man einen Prozentwert tatsächlich liest, warum die Extraktionsmethode eine harte Obergrenze für die Reinheit setzt, was die Wissenschaft 2026 wirklich über den Entourage-Effekt aussagt, und warum ein Produkt mit 80 % CBD weniger Wirkung entfalten kann als eines mit 45 %.

Wichtig: Die hier bereitgestellten Informationen sind allgemeiner Natur und stellen keine medizinische Beratung dar. Für therapeutische Anwendungen konsultieren Sie bitte eine medizinische Fachperson.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz erlaubt Hanf mit einem Gesamt-THC-Gehalt unter 1 %, gegenüber 0,3 % in der Europäischen Union 1 2.
  • Ein ehrlicher Prozentwert wird als Gesamt-CBD gelesen, berechnet mit der Formel Gesamt-CBD = CBD + (CBDA × 0,877), nicht allein aus decarboxyliertem CBD.
  • Oberhalb von rund 60 % CBD ist ein Hash kein reines Harz mehr, sondern wurde mit Isolat oder Destillat angereichert.
  • Das reinste mechanisch gewonnene Hash ist derzeit Static Sift, dessen Reinheitsvorteil in der Fachliteratur dokumentiert ist 3.
  • Die Bioverfügbarkeit verändert alles: rund 31 % bei Inhalation gegenüber 5 bis 19 % bei oraler Aufnahme 4.
  • Der Entourage-Effekt bleibt eine plausible, aber unbewiesene Hypothese, was aktuelle systematische Übersichtsarbeiten deutlich feststellen 5 6.

1. Die drei konkurrierenden Definitionen von „Stärke“

Bevor man Produkte vergleicht, muss man wissen, was gemessen wird. Drei Definitionen bestehen nebeneinander, und Verkäufer nutzen die Verwechslung gerne aus.

1.1 Die Cannabinoid-Konzentration

Die wörtliche Definition: wie viele Milligramm CBD pro Gramm Produkt. Sie ist objektiv, im Labor überprüfbar und die einzige, die auf Etiketten erscheint. Sie ist zugleich die am leichtesten künstlich aufzublähende, wie wir sehen werden.

1.2 Der Reichtum des Spektrums

Ein Hash enthält Dutzende Moleküle: sekundäre Cannabinoide (CBG, CBC, CBN), Terpene, Flavonoide. Zwei Produkte mit jeweils 45 % CBD können völlig unterschiedliche Profile aufweisen. Diese Definition entspricht dem, was Kenner Qualität nennen, ist aber deutlich schwerer zu quantifizieren.

1.3 Die tatsächlich empfundene Wirkung

Das ist es, was Konsumierende interessiert, und es ist die Definition mit der geringsten Korrelation zur Etikettenzahl. Sie hängt von der Konsumform ab, von der tatsächlich aufgenommenen Dosis, von der individuellen Physiologie und von der Toleranz. Ein hochkonzentriertes, falsch konsumiertes Produkt liefert weniger CBD ins Blut als ein durchschnittliches, richtig verwendetes.

Merke: Diese drei Definitionen decken sich nicht. Eine Rangliste der „stärksten Hasch-Sorten“, die nicht angibt, welche Definition sie verwendet, hat keinerlei Aussagekraft.

2. Prozentwerte richtig lesen: die Gesamt-CBD-Berechnung

Das ist der Punkt, den fast alle konkurrierenden Artikel auslassen, und zugleich der praktisch nützlichste.

2.1 CBD und CBDA sind nicht dasselbe Molekül

In der lebenden Pflanze existiert Cannabidiol kaum in aktiver Form. Es liegt als Säure vor, als Cannabidiolsäure oder CBDA. Hitze löst eine Decarboxylierung aus: Das Molekül verliert eine Carboxylgruppe als CO₂ und wird zu aktivem CBD.

Ein seriöses Analysezertifikat weist daher zwei getrennte Zeilen aus: CBD und CBDA.

2.2 Die Formel und die Herkunft des Faktors 0,877

Um das reale Potenzial eines Produkts nach dem Erhitzen zu kennen, gilt:

Gesamt-CBD = CBD + (CBDA × 0,877)

Der Faktor 0,877 ist keine willkürliche Konvention. Er entspricht dem Verhältnis der Molmassen: Beim Abspalten des CO₂ verliert ein CBDA-Molekül rund 12,3 % seiner Masse. Ein Gramm reines CBDA kann daher nur 0,877 Gramm CBD freisetzen 7. Derselbe Faktor gilt für THCA, CBGA und jedes Cannabinoid mit entsprechender Summenformel.

2.3 Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir zwei Analysezertifikate:

ProduktCBDCBDAReales Gesamt-CBD
Hash A48,0 %2,0 %48,0 + (2,0 × 0,877) = 49,8 %
Hash B12,0 %41,0 %12,0 + (41,0 × 0,877) = 48,0 %

Hash B zeigt bei naiver Lesart 12 % CBD, liefert nach dem Erhitzen aber fast so viel wie Hash A. Ein unseriöser Verkäufer kann in beide Richtungen die ihm genehme Zahl ausweisen.

2.4 Dieselbe Rechnung entscheidet über die Legalität

Dieser Punkt ist in der Schweiz entscheidend. Der regulatorische Grenzwert bezieht sich auf das Gesamt-THC, also auf THC + (THCA × 0,877), und nicht allein auf freies THC. Ein Produkt mit 0,4 % THC und 0,9 % THCA weist tatsächlich ein Gesamt-THC von 0,4 + 0,79 = 1,19 % auf und fällt damit aus dem legalen Rahmen.

3. Der Schweizer Rechtsrahmen und was er tatsächlich erlaubt

3.1 Wo der 1-Prozent-Grenzwert wirklich steht

Das Betäubungsmittelgesetz (BetmG, SR 812.121) setzt den allgemeinen Rahmen 2. Der Zahlenwert selbst wird durch die Verordnung des EDI über die Verzeichnisse der Betäubungsmittel (BetmVV-EDI, SR 812.121.11) festgelegt, die kontrolliertes Cannabis als solches mit einem Gesamt-THC-Gehalt von mindestens 1,0 % definiert 8. Unterhalb dieses Werts fällt das Produkt aus dem Betäubungsmittelregime heraus.

Diese Präzisierung ist wichtig: Häufig liest man, der Grenzwert stehe im Betäubungsmittelgesetz selbst, während er tatsächlich in der Ausführungsverordnung verankert ist.

3.2 Europäischer Vergleich

GebietGesamt-THC-GrenzwertPraktische Folge
Schweiz< 1,0 %Breites Cannabinoid-Profil, reiche Full-Spectrum-Harze
Europäische Union (Nutzhanf)0,3 %Stärker eingeschränkte Sortenwahl
Frankreich0,3 %Restriktiver Rahmen für Blüten und Harze
Italien0,2 % bis 0,6 % je nach VerwendungHistorisch eine Grauzone

Der Schweizer Grenzwert, rund dreimal grosszügiger, erlaubt Sorten mit vollständigerem chemischem Profil. Das ist der reale strukturelle Vorteil des Schweizer Marktes, unabhängig von jedem Marketingargument.

3.3 Produktstatus und Besteuerung

CBD-Harze und -Blüten, die zum Rauchen bestimmt sind, gelten als Tabakersatzprodukte. In diesem Zusammenhang erklärte ein Entscheid des Bundesgerichts vom Februar 2020 die zuvor auf CBD-Blüten erhobene Tabaksteuer von 25 % für unrechtmässig, was die Ökonomie der Branche veränderte.

Swissmedic veröffentlicht zudem eine Vollzugshilfe, welche die Abgrenzung zwischen Konsumprodukt, Lebensmittel, Kosmetikum und Arzneimittel darlegt 9. Sie ist das Referenzdokument dafür, was ein Verkäufer behaupten darf.

3.4 Ein Hinweis, der mehr wert ist als jeder Prozentwert

Die Schweizer Legalität gilt nicht über die Grenze hinaus. Das Mitführen von CBD-Hash über eine Landesgrenze stellt in den meisten Nachbarländern eine Straftat dar, selbst wenn das Produkt dem Schweizer Recht vollständig entspricht. Dort gelten tiefere Grenzwerte, und Harz wird oft gesondert behandelt. Kein CBD-Gehalt schützt vor einem Zollverfahren.

4. Die Produktionsmethode setzt die Reinheitsgrenze

Hier entscheidet sich die eigentliche Rangordnung. Die Extraktionsmethode bestimmt, was ein Produkt ohne Zusätze erreichen kann.

4.1 Trockensiebung (Dry Sift, Pollen)

Getrocknetes Pflanzenmaterial wird über kalibrierte Siebe gerieben. Die dichteren Trichomköpfe passieren die Maschen. Die Korngrösse entscheidet über die Qualität: Fraktionen zwischen 90 und 120 Mikrometern konzentrieren intakte Trichomköpfe, während feinere Maschen mehr Pflanzenreste durchlassen.

Die typische Ausbeute liegt bei 5 bis 10 % des Ausgangsgewichts. Publizierten Daten zufolge erreicht die Reinheit im ersten Durchgang bei reiner Siebung etwa 40 bis 50 % und steigt mit einem Trommelsieb auf 50 bis 60 % 3.

4.2 Eiswasser-Extraktion (Bubble Hash, Ice-o-Lator)

Pflanzenmaterial wird in Eiswasser bewegt. Die Kälte macht die Trichome spröde, sie lösen sich und werden in einer Reihe von Filterbeuteln aufgefangen. Die Ausbeuten übertreffen die Trockensiebung, oft 15 bis 20 % bei frisch gefrorenem Material, mit saubererem Schmelzverhalten.

4.3 Static Sift, der mechanische Stand der Technik

Static Sift ist keine eigenständige Extraktionsmethode, sondern ein Veredelungsschritt, der auf Dry Sift angewendet wird. Er nutzt aus, dass Pflanzenbiomasse und Trichomköpfe entgegengesetzte elektrische Ladungen annehmen.

Dies ist der wissenschaftlich am besten dokumentierte Punkt. Eine 2025 im Journal of Cannabis Research veröffentlichte Studie mass, dass Pflanzenbiomasse eine positive Ladung trägt, während trichomreiche Proben eine negative Ladung von 20 bis 100 pC aufweisen. Durch die Kombination von mechanischer Siebung und elektrostatischer Trennung berichten die Autoren von einer Reinheit von 80 bis 95 % runder Trichome im ersten Durchgang und bis zu 99,8 % nach mehreren Zyklen 3.

Diese Werte beschreiben die Trichomreinheit und nicht direkt den CBD-Gehalt, erklären aber, warum ein gut ausgeführter Static Sift im oberen Bereich natürlicher Harze liegt.

4.4 Rosin

Druck und moderate Hitze, angewendet auf Blüten, Dry Sift oder Bubble Hash. Lösungsmittelfrei. Das Pressen von hochwertigem Bubble Hash ergibt mehr Ausbeute als das Pressen von Dry Sift, dieses wiederum mehr als das Pressen von Blüten.

4.5 Angereicherte Produkte, und warum sie kein Hash mehr sind

Oberhalb von rund 60 % setzt die Pflanzenchemie ihre Grenzen. Um 70, 80 oder 90 % auszuweisen, muss etwas zugesetzt werden:

  • Ice Rocks, Moon Rocks, Meteorit: Eine Blüte oder ein Harz wird mit einem konzentrierten Extrakt überzogen und anschliessend in Pollen gewälzt. Der Prozentwert steigt, das Produkt ist jedoch ein Komposit.
  • Mit Isolat angereichertes Harz: Kristallines CBD-Isolat mit über 98 % Reinheit wird in ein mittelwertiges Harz eingearbeitet. Die Zahl steigt, das Terpenprofil verarmt.
  • Reine Extrakte (Wax, Crumble, Diamonds): Mit 85 bis 99 % handelt es sich nicht mehr um Hash, sondern um Konzentrate für andere Anwendungen und anderes Equipment.

4.6 Übersichtstabelle

MethodePrinzipRealistisches Gesamt-CBDTypische Reinheit
Pollen / Dry SiftTrockene mechanische Siebung20 bis 35 %40 bis 60 %
Bubble HashEiswasser und Filterbeutel30 bis 50 %60 bis 80 %
Static SiftElektrostatisch veredelter Dry Sift40 bis 60 %80 bis 99 %
Hash RosinDruck und Hitze45 bis 65 %Variabel
Angereicherte ProdukteHarz plus zugesetzter Extrakt70 bis 85 %Komposit
Reine ExtrakteIsolat, Destillat85 bis 99 %Kein Hash mehr

5. Warum ein hoher Prozentwert keine starke Wirkung garantiert

Ein Gramm Hash mit 80 % enthält 800 mg CBD. Das bedeutet nicht, dass 800 mg in Ihren Blutkreislauf gelangen.

Die massgebliche systematische Übersichtsarbeit zur Pharmakokinetik von CBD beim Menschen weist eine Bioverfügbarkeit von rund 31 % beim Rauchen aus, während die verfügbaren Daten den oralen Weg zwischen 5 und 19 % einordnen 4. Der Unterschied beruht auf dem hepatischen First-Pass-Effekt: Ein grosser Teil einer geschluckten Dosis wird von der Leber verstoffwechselt, bevor er den Blutkreislauf erreicht.

AufnahmewegUngefähre BioverfügbarkeitWirkungseintrittBemerkung
Inhalationrund 31 %5 bis 10 MinutenSchneller Peak, kürzere Dauer
Sublingual13 bis 35 %15 bis 45 MinutenAbhängig von der Kontaktzeit
Oral (Verzehr)5 bis 19 %60 bis 120 MinutenStarker hepatischer First-Pass

Unmittelbare Folge: Ein korrekt verdampftes Hash mit 45 % liefert mehr CBD als ein Produkt mit 80 %, das in ein schlecht dosiertes Rezept eingearbeitet wurde. Die Konsumform wiegt schwerer als zehn Prozentpunkte auf dem Etikett.

6. Der Entourage-Effekt: was die Wissenschaft 2026 wirklich sagt

Dies ist das am häufigsten verwendete Verkaufsargument für Full-Spectrum-Hash und zugleich dasjenige, das die grösste Vorsicht verdient.

6.1 Die ursprüngliche Hypothese

2011 formulierte Ethan Russo im British Journal of Pharmacology die Hypothese einer Synergie zwischen Cannabinoiden und Terpenoiden, die therapeutische Wirkungen modulieren könnte 10. Der Artikel gilt als grundlegend und wird vielfach zitiert.

6.2 Was aktuelle Übersichtsarbeiten schlussfolgern

Eine zitierte Hypothese ist keine bewiesene Hypothese. Zwei aktuelle Arbeiten sind eindeutig:

  • Eine 2024 in Pharmaceuticals veröffentlichte umfassende Übersichtsarbeit nach PRISMA-Methodik kommt zum Schluss, dass bis heute kein verlässlicher wissenschaftlicher Nachweis dieser Synergie existiert, zumindest nicht auf Ebene der Cannabinoid-Rezeptoren 5. Die Autorinnen und Autoren weisen zudem darauf hin, dass die geringe Bioverfügbarkeit und die kurze Halbwertszeit der meisten Terpene das Erreichen wirksamer Konzentrationen unwahrscheinlich machen.
  • Eine 2023 in Biomedicines erschienene Scoping-Review gelangt zu einem vergleichbaren Befund: Es fehlt an belastbaren Belegen für den Entourage-Effekt in der behaupteten Form 6.

6.3 Wie man das ehrlich einordnet

Fehlender Nachweis ist kein Nachweis des Fehlens. Terpene haben auf explorativer Ebene eigene dokumentierte Wirkungen, und die Zusammensetzung eines Produkts prägt zweifellos Geruch, Geschmack und subjektives Erleben. Den Entourage-Effekt als gesicherte Tatsache darzustellen, die einen Aufpreis rechtfertigt, ist jedoch ein Verkaufsargument und kein wissenschaftlicher Befund.

Vertretbare Position: Ein Full-Spectrum-Produkt wegen seines aromatischen Reichtums und seines geringen Verarbeitungsgrads wählen, ohne eine nachgewiesene pharmakologische Verstärkung zu erwarten.

7. Vor dem Kauf prüfen: das Analysezertifikat lesen

Ein behaupteter Prozentwert ohne Analysezertifikat ist nichts als eine Werbeaussage. Das gehört in ein seriöses COA.

  1. Ein benanntes, akkreditiertes Labor, idealerweise nach ISO/IEC 17025.
  2. Eine Chargennummer, die mit derjenigen auf der Verpackung des gekauften Produkts übereinstimmt. Ein generisches COA für alle Chargen ist wertlos.
  3. Ein Analysedatum, das aktuell und mit dem Produktionsdatum stimmig ist.
  4. CBD, CBDA und das berechnete Gesamt-CBD, ebenso THC, THCA und Gesamt-THC.
  5. Das Terpenprofil, sofern es Teil der Verkaufsargumentation ist.
  6. Kontaminantenanalysen: Pestizide, Schwermetalle, Restlösungsmittel, Mikrobiologie.
  7. Die Analysemethode, für Cannabinoide typischerweise HPLC.

Warnsignale

  • Ein CBD-Gehalt über 60 %, der als „100 % natürliches“ Harz präsentiert wird.
  • Ein COA ohne Chargennummer, ohne Laborbriefkopf oder als niedrig aufgelöstes Bild.
  • Kein berechnetes Gesamt-THC oder nur freies THC ausgewiesen.
  • Ein Etikettenwert, der nicht mit dem Zertifikat übereinstimmt.
  • Keine Kontaminantenanalyse, obwohl Harze auch Rückstände konzentrieren.

8. Die Wahl nach Anwendungsfall

Ihr ZielEmpfehlungBegründung
CBD-Hash erstmals ausprobierenPollen oder Dry Sift, 20 bis 30 %Schrittweise Dosierung, überschaubare Kosten
Aromatische Qualität suchenStatic Sift oder Bubble Hash, 40 bis 55 %Bestes Verhältnis von Reinheit und Terpenen
Maximale Harzstärke suchenHochwertiger Static Sift, 55 bis 60 %Realistische Obergrenze ohne Zusätze
Reine Konzentration suchenReine Extrakte, ab 85 %Spezifisches Equipment erforderlich
Kulinarische VerwendungDosierung priorisieren, nicht den ProzentwertGeringe orale Bioverfügbarkeit

9. Sicherheit und vernünftiger Umgang

  • Strassenverkehr: Legales CBD-Hash enthält bis zu 1 % THC. Schweizer Strassentests weisen THC nach, und ein kürzlicher Konsum kann zu einem positiven Screening führen. Fahren Sie nicht nach dem Konsum.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: CBD hemmt bestimmte Isoenzyme des Cytochrom P450, die am Abbau zahlreicher Arzneimittel beteiligt sind. Bei laufender Behandlung ist ärztlicher Rat erforderlich.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Vom Konsum wird abgeraten.
  • Dosierung: Niedrig beginnen und schrittweise steigern, unter Berücksichtigung der für jeden Aufnahmeweg spezifischen Anflutungszeit.

Häufige Fragen

Wie hoch kann der CBD-Gehalt in einem echten Hash maximal sein? Ohne zugesetztes Isolat oder Destillat erreicht ein gut hergestelltes Harz rund 55 bis 60 % Gesamt-CBD. Darüber wurde das Produkt angereichert.

Ist ein Hash mit 80 % zwangsläufig von schlechter Qualität? Nein, aber es ist kein reines Harz. Es ist ein Komposit, dessen hoher Wert von einem zugesetzten Extrakt stammt. Zu fragen ist nach dem Terpenprofil und nach der Qualität der Basis.

Warum wirkt mein Hash mit 50 % schwächer als ein anderes mit 40 %? Drei Hauptgründe: die Konsumform und damit die Bioverfügbarkeit, Unterschiede bei sekundären Cannabinoiden und Terpenen sowie die individuelle Toleranz.

Sind Gesamt-CBD und CBD-Gehalt dasselbe? Nein. Das Gesamt-CBD berücksichtigt den nicht decarboxylierten Säureanteil über CBD + (CBDA × 0,877). Es ist der einzige zwischen Produkten vergleichbare Wert.

Ist Schweizer CBD-Hash stärker als europäisches? Der Schweizer Grenzwert von 1 % Gesamt-THC gegenüber 0,3 % in der Europäischen Union erlaubt breitere Cannabinoid-Profile. Das bedeutet nicht automatisch einen höheren CBD-Gehalt, sondern eine andere Zusammensetzung.

Darf ich mit in der Schweiz legal gekauftem CBD-Hash reisen? Nein. Die Übereinstimmung mit Schweizer Recht endet an der Grenze. Die meisten Nachbarländer wenden einen tieferen Grenzwert an und behandeln Harze gesondert.

Wie erkenne ich, ob ein Wert mit Isolat aufgebläht wurde? Ein Wert über 60 %, ein dünnes oder im Zertifikat fehlendes Terpenprofil, eine ungewöhnlich gleichmässige Textur und ein neutraler Geschmack sind übereinstimmende Hinweise.

Rechtfertigt der Entourage-Effekt einen höheren Preis? Aktuelle systematische Übersichtsarbeiten bestätigen diese Synergie auf Rezeptorebene nicht. Ein Full-Spectrum-Produkt rechtfertigt sich durch aromatischen Reichtum und geringe Verarbeitung, nicht durch eine nachgewiesene Verstärkung.

Fazit

Das stärkste CBD-Hash der Schweiz ist nicht dasjenige mit der grössten Zahl. Es ist dasjenige, dessen Gesamt-CBD von einem akkreditierten Labor für genau die Charge bestätigt wurde, die Sie kaufen, dessen Herstellungsmethode zum angegebenen Wert passt, und dessen Konsumform Ihnen erlaubt, das Bezahlte tatsächlich aufzunehmen.

In der Praxis stellt ein durch Static Sift oder Eiswasser-Extraktion gewonnenes Harz zwischen 45 und 60 % Gesamt-CBD, belegt durch ein vollständiges Analysezertifikat, den besten Kompromiss aus Konzentration, Reinheit und aromatischem Reichtum dar. Produkte mit 80 % und mehr gehören in eine andere Kategorie, jene der Komposite und Konzentrate, die einem anderen Zweck dienen.


Quellen

Footnotes

  1. Bundesamt für Gesundheit (BAG). „Cannabis“. https://www.bag.admin.ch/de/sucht-und-gesundheit-cannabis

  2. Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG), SR 812.121. https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1952/241_241_245/de 2

  3. MacGowan C., Martynenko A. „Electrostatic separator of cannabis trichomes: an innovative approach to extraction“, Journal of Cannabis Research, 2025. DOI: 10.1186/s42238-025-00281-z. https://doi.org/10.1186/s42238-025-00281-z 2 3

  4. Millar S. A., Stone N. L., Yates A. S., O’Sullivan S. E. „A Systematic Review on the Pharmacokinetics of Cannabidiol in Humans“, Frontiers in Pharmacology, 2018, Bd. 9, Artikel 1365. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30534073/ 2

  5. André R., Gomes A. P., Pereira-Leite C., Marques-da-Costa A., Monteiro Rodrigues L., Sassano M., Rijo P., Costa M. C. „The Entourage Effect in Cannabis Medicinal Products: A Comprehensive Review“, Pharmaceuticals, 2024, Bd. 17, Nr. 11, Artikel 1543. DOI: 10.3390/ph17111543. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39598452/ 2

  6. „Decoding the Postulated Entourage Effect of Medicinal Cannabis: What It Is and What It Isn’t“, Biomedicines, 2023, Bd. 11, Nr. 8, Artikel 2323. DOI: 10.3390/biomedicines11082323. https://doi.org/10.3390/biomedicines11082323 2

  7. Fundación CANNA. „Quantification of the concentration of THC, CBD, CBG, THCA, CBDA, CBGA and total values by HPLC“. https://www.fundacion-canna.es/en/quantification-concentration-thc

  8. Schweizerische Eidgenossenschaft. Verordnung des EDI über die Verzeichnisse der Betäubungsmittel, psychotropen Stoffe, Vorläuferstoffe und Hilfschemikalien (BetmVV-EDI), SR 812.121.11. https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2011/363/de

  9. Swissmedic. „Produkte mit Cannabidiol (CBD): Überblick und Vollzugshilfe“. https://www.swissmedic.ch/dam/swissmedic/de/dokumente/marktueberwachung/abrenzungsfragen/produkte_mit_cannabidiolcbdueberblickundvollzugshilfe.pdf.download.pdf/produkte_mit_cannabidiolcbdueberblickundvollzugshilfe.pdf

  10. Russo E. B. „Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects“, British Journal of Pharmacology, 2011, Bd. 163, Nr. 7. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21749363/